Dienstag, 13. September 2016

Rezension: Falsche Schwestern von Cat Clarke übersetzt von Jenny Merling


ISBN:  978-3-8414-0225-7
400 Seiten
14,99 EUR


Der Inhalt:


Faith hat vor 13 Jahren ihre Schwester Laurel verloren. Laurel wurde entführt und bis heute haben ihre Eltern die Hoffnung nicht aufgegeben. Bis plötzlich vor dem alten Elternhaus ein Mädchen auftaucht, es sieht aus wie Laurel, hat sogar dieselbe Narbe im Gesicht, mit Laurels altem Teddybären in der Hand. Alles weist darauf hin, dass Laurel wieder gekommen ist. Doch so nach und nach bezweifelt Faith, dass "Laurel" ihre richtige Schwester ist. . . .



Das Cover:


Das Cover ist auf dem ersten Blick etwas verwirrend. Im Vordergrund steht eine junge Dame mit fliehendem Haar, in diesem Bild befinden sich Balken als Schnittstellen, die ein kleines Mädchen mit Teddybär von hinten zeigen, von der Bedeutung her ist das Cover gut gelungen, auch wenn es mir wegen der Farbgebung nicht ins Auge gestochen wäre.



Der Stil: 


Das Buch ist in einem sehr angenehmen Stil aus der Perspektive von Faith geschrieben. Die Sprache ist jugendlich und eingehend. Ich konnte mich sofort in den Charakter Faith einfühlen.  Vor allem die gemischten Gefühle von Faith sind gut herüber gekommen durch die unaufdringliche Schreibweise. Der Spannungspegel war immer hoch, da stets diverse Fragen über der Geschichte lagen, die man in guten Abständen auch beantwortet bekommen hat. Man hatte also stets etwas zu überlegen, war jedoch nicht frustriert, weil es keine Antworten gab, die Portionierung war genau richtig. Ganz besonders gut gefallen hat mir das unkonventionelle Ende, das für mich schlüssig war, aber dennoch einen Überraschungseffekt hatte. In der Endszene habe ich sogar eine enorme Gänsehaut bekommen.


Die Protagonisten:


Faith als Hauptprotagonistin ist klasse. Sie ist ehrlich und gesteht sich selbst auch negative Dinge ein, ihre Naivität macht sie authentisch. Ich finde es immer schwierig, einen jungen Charakter darzustellen, dies ist der Autorin sehr gut gelungen. Faith ist klug, aber durch ihr junges Alter auch vollkommen unbedarft, ohne dabei dem Leser auf den Nerv zu gehen. Eine sehr gute Charaktermischung. Durch Faiths Perspektive ist man als Leser sofort auf ihrer Seite. Mir hat Faith mit ihren Ängsten und Zweifeln und aber auch mit ihrer besonderen Art sehr gut gefallen.

Laurel dagegen ist ein Mysterium. Ich persönlich wüsste nicht, wie ich einer Person begegnen könnte, die soetwas durchgestanden hat wie Laurel. Genauso willkürlich kommt Laurel auch rüber. In vielen Dingen ist sie ein sehr starker Charakter, in anderen Dingen wiederum ist sie labil. Das Ungleichgewicht kommt für mich unzweifelhaft herüber, so würde ich mir eine Person vorstellen, der dieses Schicksal ereilt hat.




Das Fazit:


Das Buch "Falsche Schwestern" hat mir sehr gut gefallen. In diesem Buch steckt auch alles drin: das Drama der Familie, die Emotionalität hinter dem Schicksal, Faith als Überbringerin all dieser Emotionen, ein überraschendes Ende mit Gänsehautfaktor. Es gibt nichts, was ich zu bemängeln habe. Daher bekommt das Buch auch von mir die volle Punktzahl!



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