Dienstag, 12. April 2016

Rezension: Im Jahr des Affen von Que Du Luu


ISBN:978-3-551-56019-3
288 Seiten
16,90 EUR

Inhalt:

Mini und ihr Vater sind damals im Vietnamkrieg nach Deutschland geflüchtet, sie sind beide "vietenamesische Chinesen" und ihr Vater musste sich hart durchkämpfen. Mini (eigentlich Min Thi) hat sich sehr gut integriert, sie geht auf eine gute Schule und hat deutsche Freundinnen, eigentlich fühlt sie sich nicht richtig chinesisch, eigentlich sind ihre Wurzeln ihr eher peinlich. Als dann ihr Vater ins Krankenhaus muss und ihr Onkel aus Australien auftaucht, mischt dieser ziemlich viel auf, da er ein traditionsbewusster Mann ist und zeigt Mini, was es heißt, chinesische Wurzeln zu haben.


Meinung:


Zunächst einmal finde ich das Cover des Buches wunderschön, ich liebe die chinesischen Drachen, die sowohl Vorder- als auch Hintergrund zugleich sind, die gesamten Frühlingsneuerscheinungen des Königskinder Verlages haben diesen Stil, der wunderschön ist (und weswegen ich fast alle Bücher des neuen Programms auch habe). Dieses Buch lag mir jedoch ganz besonders am Herzen, da ich, mit italienischen Ursprüngen, mich in einer ähnlichen Situation wie Mini befinde. Das Thema der traditionellen Wurzeln hat in mir großes Interesse geweckt, Minis innerliche Zerrissenheit konnte ich sehr gut mit ihr teilen. Ich habe mich einerseits stark mit Mini verbunden gefühlt, dadurch dass ich auch eher gebrochen italienisch spreche und von meinen Verwandten dadurch verhöhnt werde und ich auch des öfteren aufgefordert wurde italienischer zu sein, andererseits war der "chinesische" Teil ein vollkommen neuer Input für mich, da ich bisher nichts wusste über Chinesen in Vientam, über die Kommunisten und auch über die Flüchtlinge, die aus Vietnam kamen. Ganz interessant fand ich dabei, dass Minis Onkel erst nach dem Krieg geflohen ist, wegen der Schreckensherrschaft und der Perspektivlosigkeit, ich meine, wie bitter ist das denn? Da harrt man einen ganzen Krieg aus und überlebt und danach? Ist das Leben nur noch schlechter für einen. Mir gefällt auch noch, dass das Buch nicht aufdringlich ist, die Probleme werden nur ganz dezent thematisiert und dem Leser wird der Freiraum gegeben, sich mehr oder weniger mit dem Thema zu beschäftigen, dennoch ist es spannend, dadurch dass die Probleme existenzieller Natur sind und echte Umbrüche geschehen. Für mich war es eine absolute Bereicherung dieses Buch zu lesen, ich kann es nur jedem weiter empfehlen !

Volle Punktzahl! Was denn sonst? 

 

1 Kommentar:

  1. Das ist meine erste Rezension die ich zu dem Buch lese. Die Thematik finde ich sehr interessant und für die arme Mini wird es bestimmt nicht so einfach mit ihrem Onkel. Ich bin auf jeden Fall neugierig geworden.

    Liebe Grüße,
    Vanessa

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