Montag, 14. September 2015

Rezension: Young World 01 Die Clans von New York von Chris Weitz


ISBN: 978-3423761215
352 Seiten
18,95 EUR 


Inhalt:

Die Welt ist dem Untergang nahe. Durch einen Virus sind alle Erwachsenen und Kleinkinder dahingerafft, nur noch die Jugendlichen haben überlebt und diese können nicht mal mehr schwanger werden. Es gibt also keine Zukunft für die Menschheit, nur noch das - verdammt harte- Hier und Jetzt. Brainbox, aus dem Washington Square Clan, findet eine Dissertation, die eventuell die Lösung und ein Heilmittel verspricht, ein paar Leute begleiten ihn zu einer schwierigen Reise: Jefferson, der neue Anführer, Donna, Peter, SeeThrough und natürlich Brainbox um die Welt womöglich zu retten.


Meinung:

Ich finde das Cover großartig, viel besser als die englische Version, durch die jugendliche Schrift wird auch einem gleich der Stil des Buches bewusst.
Das Buch ist aus der Sicht von Jefferson und Donna, abwechselnd, geschrieben. Dadurch ist das Buch sowohl für männliche als auch für weibliche Leser bestens geeignet. Die Sprache des Buches ist jugendlich gehalten und relativ rau, was das Klima des gesamten Buches widerspiegelt: Die Welt ist hart und ungerecht und man könnte jeden Augenblick sterben, dementsprechend ist keine Zeit da für beflügelte Prosa. Der Stil passt absolut zu der dystopischen Grundlage und hat somit die Handlungen und Charaktere authentisch dargestellt. 
Am aller besten finde ich Donna, sie ist in ihrer Bescheidenheit und Schärfe einfach ein genialer Charakter, mit dem ich immer mitgefiebert habe. Das Gute an ihr ist, dass ich ihre Gefühlswelt, die sie aufgebaut hat, absolut nachvollziehen kann, sowie die Art und Weise, wie diese wieder bröckelt. Es werden nicht nur positive Gefühle beschrieben, schonungslos werden auch die düsteren Seiten der Gruppe dargestellt, was das ganze menschlicher macht. Zwar ist der Ausdruck herb gewählt, durch diese Menschlichkeit konnte ich dennoch sehr gut mitfühlen und das ist das Interessante daran, denn dadurch, dass der Autor den Leser nicht an eine Emotion bindet, hat man die Wahl: möchte ich eifersüchtig sein wie Donna? Oder möchte ich, dass mir Kath leid tut? Möchte ich Jefferson in den Hintern treten? Die Wertung übernimmt der Leser selbst, der Autor zeigt ihm nur, wie die Sache läuft. 
Die Geschichte ist sehr spannend, durch die Reise lernt die Gruppe verschiedene Gesellschaftsstrukturen kennen, die bei dem Weltuntergangsszenario bestehen könnten. Das hat mir ganz besonders gut gefallen. Zumeist schaut man bei Dystopien nicht über den Tellerrand hinaus und passt sich seinen eigenen Strukturen an, doch in diesem Buch wird klar und deutlich, dass verschiedene Wege nach Rom führen können mit verschiedenen Autoritäten und kulturellen Hintergründen. Interessant fand ich den Aspekt, dass die Zeit der "Armen" gekommen ist. Logisch, sie hatten ihr ganzes Leben zum Üben. Was mir noch dazu gut gefällt, ist, dass die Lage sich immer mehr zu spitzt, wodurch die Spannung immer aufrecht erhalten bleibt. Es sind einige gesellschaftliche Aspekte dabei, über die man sich Gedanken machen sollte. 
Also ganz großes Kino !

Einen Kritikpunkt habe ich allerdings noch: 
Das Ende erschien mir nicht ganz realistisch, es war plötzlich zusammenhangslos und ich würde gerne wissen, ob es dafür eine logische Erklärung gibt, denn eigentlich kann ich mir es nicht anders vorstellen, dass man nicht mehr Information erhält. Ich hoffe einfach auf den zweiten Teil, daher sehe ich diesen Punkt als quasi-keinen Kritikpunkt und vergebe Young World daher die volle Punktzahl !




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