Sonntag, 19. Juli 2015

Rezension: Lasst uns schweigen wie ein Grab von Julie Berry


ISBN: 978-3-522-20199-5
304 Seiten
12,99 EUR

Inhalt:

Wir schreiben des 19. Jahrhundert in England, die Mädchen des St. Etheldra Internats haben nicht gut Kirschen essen mit der Leiterin des Internats und ihrem widerwärtigem Bruder. Doch von einem Moment auf den anderen werden diese erlöst, denn plötzlich fallen die Leiterin und deren Bruder während des Essens tot um. Nach dem anfänglichen Schock entdecken die Mädchen die neu gewonnene Freiheit durch diese tragische Situation: Jede von der Gruppe hat ihr eigenes Päckchen zu tragen, niemand will wieder zurück nach Hause, also schmieden die Mädchen einen Plan, denn sie sind schließlich klug genug, um ihr eigenes Internat zu leiten und schließlich muss ja auch noch der Mörder entpuppt werden.



Meinung:

Das Cover ist wunderschön gestaltet und trifft passend die Situation der Mädchen und die Atmosphäre. Die Einleitung allein war schon sehr interessant, in einer Form, die ich bisher so noch nicht kannte. Zunächst wurden die Mädchen vorgestellt, diese hatten einen Beinamen als Eigenschaft, welcher diese gut wiedererkennen ließ. Dann wurden Personen vorgestellt, die man im Buch nicht antreffen wird, die aber mit den persönlichen Geschichten der jungen Damen zu tun hatte, sodass man sofort das benötigte Hintergrundwissen hatte, um zu wissen, mit welchen Problemen jede einzelne von ihnen klar kommen muss. Da es bei einer größeren Gruppe mit mehreren Protagonisten immer wieder zu Schwierigkeiten und Verwirrungen kommt, war dieses Problem damit sofort gelöst. Man hat sich prima eingefunden, eine super Lösung, sodass das Lesen einem wesentlich angenehmer gemacht wurde. 
Der Schreibstil ist amüsant und atmosphärisch, man wird sofort ins 19. Jahrhundert mitgenommen, der Schreibstil blieb dem auch über das ganze Buch hinweg treu. Die Mädchen treten gleichberechtigt im Buch in Erscheinung, natürlich gibt es die ein oder andere schüchterne oder Rädelsführerin, jedoch kam keine zu kurz. Durch die lebendige Gruppendynamik war das Buch immer auf einem hohem, spannendem Niveau. Die Mädchen sind alle sehr sympathisch und leisten gute Detektivarbeit, wobei es ihnen zwar wirklich nicht so leicht gemacht wird, aber ein paar Punkte doch unrealistisch  wirken. Ich hatte sofort einen Verdacht, wer der Mörder war, gleich bei dem ersten Auftritt des Mörders, es treten aber auch andere Verdächtige auf, nur leider war es für mich ziemlich offensichtlich, das Motiv war leider auch offensichtlich, sodass ich vergeblich auf ein Highlight gewartet habe (Das kommt davon, wenn man so gern als Kind den Inspektor Kugelblitz gelesen hat ;-) ) . Es kam folglich keine überraschenden Wendungen auf. Die Entwicklung der Mädchen war auch eher stockend, wenn mal etwas passiert ist in dem Sinne, dann nur weil das Mädchen sich gerade verstellt hat, und ich finde nicht, dass das eine gute Message ist: Wenn du dich verstellst, kommst du an dein Ziel. Also in beiderlei Hinsicht wurde ich nicht überzeugt. 
Insgesamt ist die Geschichte unterhaltsam gewesen, mit einem soliden Schreibstil, der die Atmosphäre sehr gut wiedergespiegelt hat. Leider hat mir das gewisse etwas, die überragende Idee, das Highlight, die Überraschung (wie auch immer ihr es nennen wollt), gefehlt. Der Spannungspegel war da leider zu konstant. 

Daher gebe ich dem Buch 3 Monsterchen.



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