Freitag, 3. Januar 2014

Rezension: Tränen der Zeit - Die unbekannte Gefahr von Bernard Mondae


551 Seiten
3,99 EUR als ebook erhältlich


Inhalt:


Der Ex-Soldat Francis Stevens hat noch viel zu verarbeiten, da er den Einsatz in Afghanistan einfach nicht verkraftet hat. Er ist kein schlechter Mann und auch nicht faul,doch irgendwie klappt es nicht mit der Anschaffung eines Jobs, bis er plötzlich angesprochen wird. Er wird angesprochen eine Station zu leiten, eine Station in einem anderen Jahrhundert! Die Mission ist ganz einfach: Errettung kranker Kinder, die kurz vor ihrem Tod stehen, dadurch wird die Zeitlinie nicht kontaminiert, sozusagen ein kleines Schlupfloch im System. Diese Kinder werden von der Organisation herangezogen, sie werden ausgebildet und werden loyale Mitglieder der Organisation. Doch welches Ziel verfolgt diese? Francis bekommt so viel Geld angeboten, dass er nicht nein sagen kann. Er wird ins 10. Jahrhundert versetzt und bemerkt sogleich, dass sich in der Station eine 2 Klassen Gesellschaft aufgetan hat und dort viele Probleme vorherrschen, sowohl zwischenmenschlich als auch was die Mission angeht. Er ernennt Inga zu seiner Stellvertreterin, zum ersten Mal hat eine das sagen, die nicht aus dem 21. Jahrhundert kommt. Doch dies löst nicht alle Probleme, da bald schon herauskommt, dass sie nicht die einzigen Zeitreisenden sind. Die Konkurrenz ist hart, brutal und schlägt vor nichts zurück.


Meinung:

Das Cover wirkt etwas altbacken durch die Schrift und die Farbwahl, der Titel ist passend zum Buch gewählt, auch wenn die Dame auf dem Cover etwas bedrohlich aussieht.
Der Text liest sich zu Anfang flüssig, allerdings stößt man bald schon auf gewisse Texteigenarten und Wiederholungen, sowohl inhaltlich als auch wörtlich. /Zum Beispiel "ein feines Lächeln", das war gefühlte 100 mal zu lesen, jeder Charakter lächelt fein....) Die Charaktere werden oftmals als "die Blondine" "der Mann" umschrieben, was automatisch eine gewisse Distanz zwischen dem Leser und den Protagonisten aufbaut,und auch keine Sympathiepunkte einbringt. Die Taten und Gefühle der verschiedenen Charaktere werden immer und immer wieder durchgekaut, sodass ich persönlich bald schon etwas die Leselaune verloren habe, so vergesslich ist man als Leser ja nun auch wieder nicht ;-). Francis war mir als Leiter der Station zu glatt, er war zu gerecht, der einzige Fehler, den er hatte, waren die Flashbacks aus dem Afghanistankrieg, das war mir nicht authentisch genug, da er menschlich zu perfekt war. Die Beziehung zwischen ihm und Inga geht mir auch zu schnell, Inga kennt ihn erst seit ein paar Tagen und zuvor durfte sie kein Mann anfassen und plötzlich spielt sie die Verführerin, was Francis zu glatt am Charakter macht, macht Inga mit all ihren Nachteilen und ihrem Temperament wieder wett. Meiner Meinung nach hat Francis zu wenig und Inga zu viel Farbe abbekommen. Die zwischenmenschlichen Diskurse waren mir zu platt und auch teilweise zu kindisch.
Insgesamt wurde das Buch auf einem hohen Spannungsniveau geschrieben, gleich zu Beginn habe ich mich für die sehr geniale Grundidee interessiert und ich habe mir immer wieder die Frage gestellt, was geschieht mit der Organisation, was machen die genau, sind es die Böse oder die Guten oder vielleicht beides? Wer auf Aufklärung hofft, wird dabei schwer enttäuscht, leider kommt man in der Storyline keinen Schritt weiter, nicht einmal einen Happen wirft die Geschichte einem zu. Das hat mich schwer enttäuscht. Es ist so, obwohl das Buch spannend ist, tritt man von der Hauptstory doch nur von einen Fuß auf den anderen, das macht das Ganze langatmig und man wird ungeduldig, und am Ende kommt nichts dabei rum. Das war dann leider leider auch eine große Enttäuschung. Man hätte zumindest ein paar Informationen preisgeben können, sodass man spekulieren kann, aber so gar nichts...da war mein Frustpotenzial schon hoch.

Leider kann ich dem Buch nicht mehr als zwei Monster geben, das wäre ungerecht, den Büchern gegenüber, die gut sind und dennoch drei oder vier Monster von mir bekommen. Die Grundidee war echt super, ich würde empfehlen, das Buch nochmal aufzuarbeiten, dem Leser etwas mehr Detektivarbeit zu geben und die ganzen Wiederholungen rausstreichen, dann hätte das Buch wirklich Potenzial.
Ich möchte mich dennoch bei dem Autor für das Rezensionsexemplar bedanken!


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