Samstag, 7. Dezember 2013

Rezension: Leo und das ganze Glück von Synne Lea



ISBN: 978-3789141805
192 Seiten
12,95 EUR

Inhalt:


Leo und Mei sind Freunde, sie sind Nachbarn von gegenüber. Jede Nacht beobachtet Mei Leos Zimmer und wenn etwas nicht stimmt, rennt sie rüber und befreit Leo aus dem Keller. Mei ist die Hoffnung von Leo. Sie rennt alle Sorgen weg, währenddessen Leo ein Bein hat, das nicht wächst, das er immer hinter sich her ziehen muss. Deswegen liebt Leo auf Käfer, denn Käfer ziehen auch ihre Beine hinter sich her. Aber Käfer werfen auch ihre Beine ab, wenn sie Angst haben. Ob Leo das kann? Zusammen mit Mei kämpft er gegen die Dunkelheit, die beiden erschaffen sich ein eigenes Reich in einem Wäldchen. Doch dann kommt Leos Vater und zerstört alles....


Meinung:

Das Cover ist wirklich wunderschön, es ist sehr detailgetreu und einiges aus dem Inhalt des Buches ist aufgegriffen, der Waldboden sieht beinahe lebendig aus. Der Titel ist allerdings etwas irreführend, er verspricht eine Geschichte über zwei Freunde und über glückliche Tage. Dies ist eine Warnung an alle, die vorhaben das Buch aus diesem Grund zu lesen!. Dieses Buch macht alles andere als glücklich, in diesem Buch gibt es kein Glück! Ich habe nicht einmal gelächelt über das Buch, nein, ich musste viel nachdenken darüber und so ab und zu hatte ich mit den Tränen zu kämpfen.
Das Buch liest sich schnell durch, es ist in einer abgehackten und ziemlich naiven Sprache geschrieben, die Sätze haben größtenteils keine einleitenden Worte und sind einfach da. Der Verlag empfiehlt das Buch für Kinder zwischen 10 und 12 Jahren, ich kann da nur dagegen sprechen! Die Thematik ist sehr ernst und sehr traurig. Das Buch ist bedrohlich, schwer und düster, selbst ich als 24 jährige bekomme das Buch einfach nicht aus meinem Kopf. Leos Vater hat irgendeine psychische Erkrankung, vielleicht ist er pädophil oder manisch depressiv oder so. Die Beschreibungen sind zwar sehr bildhaft und mit einer gewissen Naivität geschrieben, doch genau das ist es, was einem unter die Haut geht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein 10 jähriges Kind Spaß an dem Buch haben wird. Es geht natürlich um Freundschaft, doch es geht auch um Dinge, vor denen ich meine Kinder lieber schützen würde anstatt sie noch damit zu konfrontieren. Die Beschreibungen und Handlungen der Kleinen sind ehr symbolisch, da ist ein Kind einfach noch nicht reif genug für. So Sätze wie: "Den Mund noch voller Geschwindigkeit" oder "Ich bin der Morgen. Der Morgen muss ein Freund sein" sind zwar herzergreifend doch ungeeignet für die Altersempfehlung. So, ich hoffe, ich habe mich gründlich ausgedrückt: NIX für 10 Jährige!!!
Das macht eine Bewertung natürlich sehr schwer, für mich als ältere Person war das Buch, so bedrückend es auch war, wunderschön geschrieben und einfach....es hat einfach alle meine Gedanken umfasst, ich bekomme das Buch nicht mehr aus dem Kopf. Dafür müsste ich eigentlich die volle Punktzahl geben.
Aber dann kommt ja die Sache mit der Altersempfehlung dazu, ich würde meinem (nicht vorhandenem) Kind auf gar keinen Fall dieses Buch in die Hand drücken, meiner Meinung nach ziemlich gefährlich mit dieser Altersempfehlung. Und ich bin eigentlich kein so ein Mensch, der an Altersempfehlungen herumpienzt. Ich würde das Buch für ab 14 Jahren empfehlen, ich denke auch, ein 10 jähriger würde den ganzen Umstand, die ganze Geschichte und was dahinter steckt einfach nur verstörend finden. Nach diesem Kriterium müsste ich eigentlich 0 bis 1 Monster geben, so etwas ist mir auch noch nie passiert. Dann ist es mir allerdings auch wieder schade ums Buch, weil es wirklich lesenswert ist, versteht mich nur nicht falsch, nur halt nicht für ...10-12 Jährige.  Puh ich weiß nicht, wie oft ich das schon betont habe.

Nach einigem Hin und Herüberlegen gebe ich dem Buch 4 Monster, eigentlich 5, aber das mit dem Alter muss unbedingt beachtet werden. Oh manno. Ihr wisst gar nicht wie, kurz nach dem Buch, immer noch mein Herz blutet. Ich möchte mich bei Katja für dieses tolle Buch bedanken, ich werde es so schnell nicht vergessen können.




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