Freitag, 11. Januar 2013

Rezension: Der Märchenerzähler von Antonia Michaelis


ISBN: 978-3789142895
446 Seiten
16,95 Euro 
Bertelsmann Ausgabe

Inhalt:

Das Buch handelt von der unscheinbaren Anna, die gerade Abitur macht und etwas anders ist als die anderen. Sie ist praktisch ein kleiner Engel, lebt in einem perfekten zuhause und ist eine Musterschülerin. Sie trifft aus Versehen auf ihren Mitschüler, den "Kurzwarenhändler Tannatek", dieser gehört eher zu der unteren Schicht, dealt mit Drogen und schwänzt die Schule, ist meisten übernächtigt und eigentlich wundert sich sowieso jeder warum er Abi machen möchte. Doch Anna entdeckt in ihm eine andere Seite, die Seite des Märchenerzählers. Die Mutter von Abel Tannatek ist nämlich urplötzlich verschwunden und Abel muss zusehen wie er seine kleine Halbschwester durchbringt und vor anderen Gefahren schützt, dort wäre zum Beispiel ihr pädophiler Vater oder der Mann vom Sozialamt. Rührend verpackt Abel die Geschehnisse in Geschichten für seine kleine Schwester Micha, diese überschneiden sich mit der Realität und retten Micha ein paar mal den Kopf, doch als Morde geschehen und diese vorher erzählt wurden von Abel, muss Anna sich einer Wahrheit stellen: Ist Abel ein Mörder ? Liebt sie einen Mörder? 

Meinung: (Achtung Spoiler!)

Das Cover gefällt mir sehr gut, mir gefällt das Bertelsmann Cover sogar besser als das "original", es passt da in der Geschichte immer kalter Winter herrscht, ein langer Winter, obwohl bereits Mär ist. 
Der Schreibstil ist, wie von Antonia Michaelis nicht anders gewohnt, flüssig, gut ausgeschrieben, aber dennoch nicht überfüllt, die Autorin schreibt direkt in die Seele, ideal als Jugendbuch also. Allerdings gibt es einige Wort bzw. Satzwiederholungen, die etwas nerven, aber über diese kann man hinwegsehen. 
Das Thema ist rührend, und man sympathisiert mit Abel obwohl er ein Drogendealer, ein Stricher und ein Mörder ist. Man denkt sich die ganze Zeit: er kann es nicht sein, bitte lass ihn nicht der Mörder sein ! Man leidet richtig mit und Abel ist sowohl ein Held als aus ein Antiheld, er versucht seine Schwester zu schützen, doch wenn man mal überlegt, waren seine Handlungen wirklich dumm und  er selbst wusste, dass es nicht lange gut gehen kann. 
Das Buch hat mich fasziniert, besonders die Geschichten, die die Realität umsponnen haben, haben mich sehr an den kleinen Prinzen und an den Zauberer von Oz erinnert. 

Ich habe allerdings auch einen großen Kritikpunkt: Die Vergewaltigung von Anna fand ich gar nicht gut! Auch wie Anna damit umgeht und dann auch noch Abel verzeiht, irgendwo hat Toleranz für mich ein Ende, und dort ist es auch schon ! Ich meine, das ist ein Jugendbuch und eine Vergewaltigung wird in den paar Seiten abgetan und auch noch verziehen....was soll mir das denn bitte sagen?! 
Dieser Kritikpunkt wiegt für mich so schwer, dass ich ein Monster abziehe. 

Deswegen bekommt der Märchenerzähler vier Monster statt fünf von mir!



Kommentare:

  1. Ach ja, die Vergewaltigung, ein wichtiger Kritikpunkt. Da finde ich Annas Reaktion auch vollkommen unmöglich, aber ich mag sie sowieso nicht, weil sie immer so naiv ist und es einfach nicht wahrhaben will, dass Abel der Mörder ist.
    Die Märchen haben mir aber auch sehr gefallen ;)

    PS: Ich mag deine Monster ^^

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  2. Es gab leider eine kleine Änderung bei meinem Gewinnspiel. Wir suchen jetzt einen KATZENnamen. Den kleinen Kater haben wir leider nicht bekommen :(

    Tut mir wahnsinnig Leid, aber ich hoffe du hast trotzdem noch ein paar Vorschläge!

    *Klick hier*

    LG,
    Svenja

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