Dienstag, 16. Mai 2017

Rezension: Ein bisschen wie Unendlichkeit von Harriet Reuter Hapgood übersetzt von Susanne Hornfeck


ISBN :  978-3-7373-4033-5
384 Seiten
16,99 EUR



Inhalt:
 
Gottie ist ein physikalisches Genie, doch  es plagt sie ein wenig Liebeskummer. Auch Genies sind nicht gefeit vor Herzschmerz, denn Angelegenheiten des Herzens sind nicht immer logisch nachvollziehbar. Noch dazu macht Gottie ein kleines Geheimnis um ihre Begabung, denn sie will nicht als Streber dastehen. Gottie und ihr Bruder haben ein sehr gutes Verhältnis und trauern beide um ihren Opa Grey, der verstorben ist. Der Opa hat beiden viele merkwürdige Eigenheiten vermacht und Gottie kämpft um den Halt in ihrem Leben und mit Flashbacks, die sie ständig zu überwältigen scheinen. Und so vergehen die Tage der Trauer und Lustlosigkeit, bis plötzlich die Nachricht kommt, dass Gotties bester Freund Thomas wieder zurück ins Dorf kommt und Gottie sich in einer innerlichen Zerrissenheit befindet zwischen der Schönheit des Lebens und tiefer Trauer.




Schreibstil:

Der Schreibstil ist geradlinig und offen. Er konzentriert sich auf die jeweilige Stimmung, es gibt Szenen im Buch, die sind wunderschön und ausführlich beschrieben, andere werden dafür auf den Punkt gebracht. Der Schreibstil ist also sehr flexibel, und wär der Schreibstil eine Person, würde ich mich wahrscheinlich sehr gern mit ihr unterhalten! Auch wenn die Thematik zunächst etwas schräg klingt, so hat der Schreibstil mich direkt nach den ersten Seiten in den Bann gezogen.


Story:

Die Geschichte an sich ist, wie ich bereits vorhin schon erwähnt habe, etwas ungewöhnlich und man sollte offen sein sowohl für die Geschichte um den Großvater und das Thema Flashbacks und Physik. Dies in Kombination mit einem hohen Anteil an Emotion ist schlichtweg- ungewöhnlich. Aber gerade deswegen mag ich dieses Buch sehr gerne, ich liebe ungewöhnliche Bücher, die das Herz berühren. Und um genau so eine Geschichte handelt es sich hierbei. die Autorin hat die beiden widersprüchlichen Themen geschickt zusammengefädelt, sodass eine authentische, liebevolle Atmosphäre entsteht.


Charaktere:

Ich mag Gottie sehr gern, auch wenn ich sie anfangs nicht so ganz verstanden habe, weil man gleich am Anfang in Gotties Gefühlswelt hineingerät. Nach ein paar Seiten konnte ich jedoch Gottie sehr gut verstehen und ihr nachempfinden. Sie ist eine sehr sympathische Protagonistin, deren Zerrissenheit mir nah ging. Die Personengestaltung war äußerst individuell, aber nicht zu schrill. Vielmehr ging diese Gestaltung über Emotionen und Gefühle aus, was mir gut gefallen hat und womit ich mich dann intensiver beschäftigen wollte. Ich habe regelrecht mitgefiebert, weil ich Gotties Gefühle und Handlungen sehr gut selbst verinnerlichen konnte.

Thomas dagegen bringt frischen Wind hinein in die Geschichte, ich bin ja bei solchen Geschichten der Herrenwelt gegenüber immer etwas skeptisch, aber auch Thomas konnte mich überzeugen.


Fazit:

Dieses Buch hat eindeutig viel mehr Aufmerksamkeit verdient. Die interessante Mischung aus Physik und Gefühl ist neuartig und wurde gekonnt umgesetzt. Für diejenigen, die Physik langweilig finden, ist das Buch wahrscheinlich nichts, aber für diejenigen, die der Sache offen gegenüberstehen werden eine Leseerfahrung machen auf einer neuen Ebene und genau das ist es, was mir dieses Buch gegeben hat.

Ich vergebe daher 4 Monsterpunkte! Und heute kommt zum ersten Mal zum Einsatz mein liebes Vier- Punkte Monster !



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