Dienstag, 28. Februar 2017

Rezension: Das Traumbuch von Nina George

 
ISBN: 978-3-426-65385-2
416 Seiten
Hardcover
16,99 EUR
 
 
Inhalt:
 
 
Sam lädt seinen leiblichen Vater, den er bisher noch nie gesehen hat zum Vater und Sohn Tag seiner Schule ein. Sein Vater, Henri, ist auch auf dem Weg zu diesem Termin, sein Herz gefüllt mit Dingen, die er in Zukunft anders machen möchte, doch auf dem Weg zur Schule geschieht etwas Schreckliches: ein Kind stürzt in den Fluss. Henri rettet das Kind, wird jedoch ein paar Sekunden später überfahren von einem unachtsamen Autofahrer. Henri liegt fortan im Koma und Sam, der bei sich selbst die Schuld sucht, besucht Henri jeden Tag. Sam, sein Sohn und Eddie, seine Exfreundin begleiten Henri auf eine unwirtliche Reise durch sein Bewusstsein. Ob sie es schaffen, ihn zurück zu holen?
 
 
 
Der Schreibstil:
 
 
Der Schreibstil ist sehr angenehm und leicht. In dem Buch gibt es mehrfache Perspektivenwechsel zwischen Sam, Henri, Eddie und Mariefrance (Sams Mutter). Dadurch entwickelt sich in dem Buch eine steigende Spannung und man ist in jeder Perspektive mit dem Charakter stark verbunden und erkennt seine Beweggründe. Der Schreibstil hat mir vieles erleichtert, da er sowohl von Traurigkeit stammt als auch von eine Leichtigkeit, die gerade bei Sam und Eddie sehr gut zur Geltung kommt.
 
 
 
Die Charaktere:
 
 
In jedem Fall haben mir die Charaktere sehr gut gefallen. Sam als Synästhetiker hat mir insbesondere gut gefallen, da er noch mal ein wenig durch seine Beschreibungen das Bewusstsein für das Zusammenspiel der Welt öffnet. Er als Junge erkennt sehr viel mehr als wir Erwachsenen und ist dabei weise ohne veraltet zu wirken.
 
Eddie ist ein Herzchen, so eine Freundin hätte ich gerne wie Eddie. Sie ist stark, eigensinnig und man kann sich auf sie verlassen. In diesem Buch ist Eddie meine Heldin, was sie alles für Henri aufgeben möchte und die Opfer, die sie bringt, haben mich sehr berührt. Auch ihre Gefühle zu Sam, diese Offenheit, die vermisse ich schon sehr unter den wahren Menschen.
 
Mariefrance, Sams Mutter, dagegen hat mich schon teilweise super aggressiv gemacht. Sie kommt mir jähzornig und rachsüchtig vor. Sie will die Nummer eins sein, kein Platz für einen Vater. Noch dazu trimmt sie Sam, diesen sensiblen wunderbaren Jungen, auf einer Eliteschule, wo sie doch weiß, dass sein Vater im Krankenhaus ist. Und dann nimmt sie noch nicht mal die Veränderung ihres Jungen wahr? Blind davon getrieben, ihren Jungen auf "die richtige Bahn" zu bringen. Noch dazu schließt sie Sam aus dem Familienleben aus. Wie gemein ist das denn? Erstmal nicht wollen, dass Sam eine Familie hat und seinen Vater kennen lernt und dann auch noch Sam abkapseln von seinem Stiefvater und dem Halbbruder? Nein also Mariefrance hat es bei mir echt verscherzt. Am Ende sieht sie es ein, was für mich jedoch viel zu wenig war.
 
 
Die Geschichte:
 
Die Story hat mir gut gefallen. Die Dramaturgie wurde sehr gut aufgebaut, Stück für Stück, sodass es für den Leser nicht zu viel war. Noch dazu haben mir die verschiedenen Möglichkeiten des Lebens als Parallelwelten sehr gut gefallen. Etwas Symbolik war auch drin, nur nicht zu viel, sodass man sich nicht überlastet fühlte.  Der Ablauf der Geschichte war makellos, ich kann an keiner Stelle sagen, dass etwas nicht gepasst hätte. Es war eine permanente Anspannung vorhanden, die sich immer mehr verinnerlicht hat bis zu dem Punkt, an dem es zum Ausbruch aller Gefühle kommt, was meiner Meinung nach perfekt arrangiert war.
 
 
Von mir gibt es daher die volle Monsterpunktzahl !
 
 

 

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