Sonntag, 11. Oktober 2015

Rezension: Jeden Tag ein bisschen mehr von Louisa Reid übersetzt von Birgit Maria Pfaffinger


ISBN: 978-3-8414-2229-3
560 Seiten
16,99 EUR

Inhalt:

Audrey ist anders als die anderen,. Denn Audrey hat bereits mehrmals den Tod gesehen. Sie ist durch ihre Erfahrungen ernsthaft krank, leidet unter Depressionen und körperlich ist sie genauso wenig fit. Ihre Mutter zieht mit Audrey und ihrem Bruder fort, um ein neues Leben zu starten, ja sogar vielleicht um einmal im Leben normal zu sein. Doch das ist nicht so einfach und je mehr Audrey sich anstrengt, desto mehr scheint sie zu scheitern. Dann ist da noch Leo..Leo, der auch Probleme hat und der nach Freundschaft sucht. Gemeinsam scheinen die beiden sich helfen zu kommen, doch nach und nach kommen schreckliche Dinge zu Tage.


Meinung:

Bereits als ich die Kurzbeschreibung gelesen habe, hatte ich es im Gefühl, dass dieses Buch außergewöhnlich ist. Etwas ganz besonderes, und ich wurde nicht im Mindesten enttäuscht. Ich habe lange überlegt, wie ich die Rezension schreiben soll ohne zu spoilern, das ist dieses mal echt schwierig.
Die Geschichte um Audrey allein hat mir schon eine Gänsehaut bereitet, es wird authentisch die Qual und die Ohnmacht Audreys dargestellt. Ihr Kampf gegen eine psychische Krankheit, für die sie nichts kann, ist bewegend und ich habe mitgefiebert und konnte so manches doch nicht verstehen. Ich habe schon am Anfang ein paar Vermutungen aufgestellt, diese gepaart mit den immer krasser steigernden Geschehnissen waren nerven zerreißend für mich. Das Buch steigert sich von Kapitel zu Kapitel in einem hohen Maße, sodass ich immer weiter und weiter lesen musste.
So viele Emotionen, die ich in dieses Buch hinein gepfeffert habe, hatte ich in diesem Jahr noch nicht. Als Leser beginnt man selbst aktiv tätig zu werden und ein Gespür aufzubauen, und dieses Gespür sagt einem: Irgendwas stimmt doch da nicht ! Dies steigert sich bis zu dem Punkt, in dem sich alles umkehrt und auch alles aufgedeckt wird. Dieser Umkehrpunkt und wie alles ineinander fließt und plötzlich logisch wird, war ein faszinierender Moment für mich. 
In dem Buch macht Audrey eine steile Entwicklung mit, was zusätzlich noch interessant ist, denn diese Entwicklung ist nur logisch. Auch wenn manche Entscheidungen ihrerseits sehr schade sind, so bleiben sie gerade dadurch realistisch. Leo ist total super, einen besseren Freund für Audrey gibt es gar nicht, leider erfährt man nicht so viel über ihn, wie man gerne möchte. Ich hätte sehr gerne noch mehr über seine Probleme erfahren. 
Das Ende ist gelungen, es ist emotional gemächlich und gediegen, mit einem Fünkchen Hoffnung, sodass Leo und Audrey dem Leser noch eine Weile im Herzen erhalten bleiben. 
Insgesamt ein absolut genialer Roman: Spannende Geschichte;ein wenig mysteriös; eine überraschende Wendung; Freundschaft; eine Thematik, über die man nicht all zu oft liest; überkochende Emotionen...dies alles hat mich davon überzeugt dem Buch die volle Punktzahl zu geben. 
Für mich persönlich eines der Lesehighlights des Jahres.



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