Samstag, 19. April 2014

Rezension: Mehr als das von Patrick Ness


ISBN: 978-3-570-16273-6
512 Seiten
17,99 EUR


Inhalt:

Seth schlägt sich den Schädel auf an den Klippen im Meer. Seth stirbt. Ohne Zweifel. Das dann wacht er wieder auf an einem Ort, den er sowohl mit seiner Kindheit als auch mit seinem gegenwärtigen Leben verbindet. Er ist allein, die ganze Stadt wirkt schon seit Jahren verlassen, die Konservendosen sind bereits aufgebläht und es gibt keine Menschenseele, sogar die Tiere sind rar gesät. Seth glaubt, er wär in der Hölle. Es beginnt ein Überlebenskampf für Seth und es ereignen sich Dinge, die er nicht versteht, bis plötzlich dann doch zwei Menschen auftauchen: Regine und Tomasz, sie retten ihn in letzter Minute vor dem "Unding". Eine Art Wächter der Stadt. Seth erfährt von den beiden Unglaubliches, er ist nämlich nicht tot, sondern von einer Online- Simulation des Lebens auferwacht, die den Rest der Bevölkerung gefangen hält. Doch was ist wahr und was pure Fantasie? Ist Seth nicht doch in der Hölle und Tomasz und Regine sind nur Figuren, die er sich selbst erschaffen hat? 

Meinung: (Achtung Spoiler!)

Das Cover ist ziemlich schlicht gehalten, man ahnt nicht wirklich, was in dem Buch geschehen wird, es ist ziemlich anonym. Der Titel passt sehr gut zum Schluss, was mich sehr gefreut hat. 
Der Anfang ist sehr mitreißend, da man sofort von Seths Tod erfährt und ihn packend miterlebt. Ich dachte zu Anfang es sei ein Schicksalsroman, es werden viele wichtige Themen aufgegriffen wie Freundschaft, Zugehörigkeit, Vertrauen und Homosexualität. Und natürlich auch der Tod. Dieser Teil des Buches hat mich sehr mitgenommen, obwohl es zugleich relativ distanziert geschrieben wurde, doch Seth wird einem so sympathisch, das fällt kaum auf, man gut darüber nachdenken. Da ich mit dieser Erwartung das Buch gelesen habe, habe ich auch nach ein bisschen Symbolik gesucht und sie gefunden. Doch so nach und nach kamen mehr Science Fiction Anteile zum Vorschein und ich fühlte mich rückwirkend etwas an die Matrix erinnert. Mit dem Scifi beginnt der Action- Teil, das Buch wird sehr rasant und die Freundschaft der Drei wird immer größer.
Das Ende hat mich allerdings etwas geärgert, ich fand es total egoistisch von Seth sozusagen ein Springer zu werden und Regine / Tomasz zeitweise allein zu lassen, statt mal zu überlegen Obst und Gemüse anzubauen und sich zu versorgen, zu versuchen, die Welt wiederaufzubauen.Außerdem bleiben jede Menge Fragen offen, wie zB. wie kann man sich online den Schädel brechen und dann aber in dem Brutkasten in der realen Welt sich die Stelle auch verletzen, wenn auch nicht tödlich? Warum wurden die Särge der Eltern mit ins Gefängnis genommen und sein Sarg blieb zuhause? Wo sind denn alle Tiere hin, wenn die Städte nicht mehr bewohnt wurden, müssten doch sehr viel mehr Tiere dort herumlungern? 
Das Ende hat mich irgendwie so sehr geärgert, da Seth zwar zu Regine und Tomasz sagt, sie seien "das Mehr nach dem er sich immer gesehnt hatte", will aber in der online Welt weiterleben, einfach mit dem Gedanken: Ja da gibt es mehr- also nutzt er diebeiden doch nur aus! - So kam es mir jedenfalls vor. 


Ich gebe dem Buch " Mehr als das" vier Monster, es hätten fünf sein können, wäre da das Ende nicht gewesen.
Ich möchte mich bei wasliestdu.de herzlich bedanken, dass ich bei der Leserunde mitmachen durfte !

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