Dienstag, 17. Juli 2012

Filmreif von Hanna Marjut Marttila

Filmreif



von Hanna Marjut Marttila



Also schon mal vorab: Ich bin von dem Buch begeistert. So ist es, Genau so ist es.
Torsten ist 15, in seiner Familie herrscht ein pralles Konfliktprogramm: seine ein Jahr ältere Schwester Tarina ist schwanger, sein Vater hat schwere Depressionen und spricht nicht, beide Eltern saufen, also ein wahrer Herd an Problemen, der öfter auch in der Wirklichkeit präsent ist, als uns allen lieb ist.
Torsten nimmt eher die Rolle des Beschützers ein, er sorgt sich um seine Schweste rund um seine Familie, auch wenn er es manchmal nicht zugeben will. Die Eltern sind seiner Meinung nach gerade auf einem "guten Weg" , aber Torstern alias Donnerstag denkt, dass die Nachricht über Tarinas erneute Schwangerschaft alles verderben wird. Noch dazu möchte Tarina nicht abtreiben, da sie schon mal ein Kind ausgetragen hat und es weggeben musste. Es ist selbstverständlich, dass ein junges Mädchen nicht so leichtfertig darüber hinweg kommt.
Torsten möchte noch dazu Regisseur werden, er sieht Menschen oder Situationen und denkt sich Szenen aus, er zerstückelt Situationen mit den Hilfsmitteln eines Regisseurs (Cut, Fade out etc), was das Buch ständig in Bewegung hält.
Die Autorin lässt die Figuren trotzdem noch sympathisch erscheinen, die Säufer-Eltern sind dennoch fürsorglich (leider nur Samstag bis Donnerstag) und die Schwester kann man auch ganz gut verstehen.
Ich konnte das Buch nicht aus der Hand nehmen, es war für mich das erste Buch, mit dieser oder ähnlicher Thematik und es hat mir sehr gut gefallen. Den Umgang mit Familie, Konflikt, Scheinlösungen, Wahrheiten und manchmal auch Lügen hat die Autorin meisterhaft hinbekommen!
(Ps auch ich hatte ein falsches Bild, natürlich denkt man sich bei einer Alkoholikerfamilie die schlimmsten Gruselstories aus, das Buch verharmlost Alkoholkonsum keinesfalls, es vermenschlicht es)

Ich gebe dem Buch fünf von fünf Monstern!


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