Dienstag, 2. Mai 2017

Rezension: Palast aus Staub und Sand von Haroon Gordon

 
ISBN: 978-3957511621
312 Seiten
12,99 EUR als Taschenbuch
7,99 EUR als eBook




Inhalt:

Der Debütroman "Palast aus Staub und Sand" handelt von Baptiste, der alles verloren hat, von Ella, die alles gerade verliert und von Gabriel, der bereits verloren geboren wurde. Die Schicksale der drei Personen weben sich unweigerlich zusammen und hervor kommt ein großes, dunkles Geheimnis, welches folgenschwer ist.


Schreibstil:

Das Buch ist aus verschiedenen Perspektiven beschrieben und enthält diverse Zeitsprünge. Der Schreibstil ist außergewöhnlich und einzigartig. Mit einer klaren, präzisen Sprache und einer kreativen Ausdrucksform sind wir hier bei einem Sprachstil auf Weltklasse- Niveau. Durch Wortwahl, Konstruktion und dem Klang der Sätze entsteht eine ureigene Dynamik, die dem Leser ein authentisches Gefühl gibt. Der Autor lässt sich Zeit mit der Entwicklung und Entfaltung der Charaktere und haucht ihnen somit viel Leben ein. Man hat das Gefühl, jeder Charakter für sich  hat so viel Tiefgang, dass man sich eigentlich mit dem Fortgang der Geschichte nur peripher auseinander setzen muss.


Charaktere:

Die Charaktere sind sehr eigensinnig und jeder eigentlich ein Kapitel für sich.
Baptiste ist derjenige, der eine recht triste Figur ist, die ich aber im Endeffekt am allerliebsten "erlesen" habe. Trotz der Intensität seiner Gedanken, Gemütslagen und Handlungen, ist Baptiste für mich immer ein Rätsel gewesen, was den Reiz noch verstärkt hat.

Ella war diejenige,  über die man sich als Frau identifizieren könnte. Sie ist sympathisch, ein natürlicher Typ und engagiert. In Ella ruht eine kindliche Naivität, sie lebt in ihrem eigen gebauten Paradies und wird dann auch noch vertrieben. Ihr Weg hat mir am meisten weh getan, da er Konflikte führt sowohl auf einer persönlichen als auch auf einer globalen Ebene.

Und Gabriel ist das allergrößte Mysterium. Wie kann eine Person so unschuldig schuldig sein? Er durchläuft ein Martyrium und ist dabei doch kein schlechter Junge und dennoch, es ist so als würde ihm seit Geburt an etwas Böses anhaften, für das er ein Leben lang büßen wird.


Story:

Tja nun, die Story an sich bietet auch einiges an Input. Sie ist zum Schreibstil und den Charakterdarstellungen gegenläufig konzipiert. Was ich damit meine? Der Autor lässt sich viel Zeit, um eine Tiefe in die Charaktere zu bringen, währenddessen also zunächst der Anfang eher von Trauer, Frust und Stillstand geprägt ist, verändert sich das Tempo des Buches mit der Handlung. Nicht gerade plötzlich, jedoch deutlich wahrnehmbar geschehen viele Dinge und Zusammenhänge in Verbindung mit der Handlung. Durch Tiefe und Tempo entsteht eine eigenwillige Spannung, die das Buch gegen Ende zum Pageturner mutieren lässt.
Inhaltlich existieren in dem Debütroman sowohl die persönlichen Dramen der Charaktere, als auch die Weltlichen. Dinge wie Liebe, Hass, Freundschaft, Feindschaft sind nicht die einzigen, die thematisiert werden. Es geht auch um Trauer, Schuld,Glaube, Schicksal, und Vergebung eben einfach der Tanz des Lebens.

Wie ihr sehen könnt also ein straffes Programm!


Fazit:

Ich bin unglaublich dankbar das Buch "Palast aus Staub und Sand" von Haroon Gordon gelesen zu haben. Cover und Kurzbeschreibung können nicht das wiedergeben, was den Leser in dem Buch erwartet. Es hat mich einfach nicht mehr loslassen können, und wird es wohl auch für die nächste Zeit nicht mehr. Es ist ein einzigartiges Meisterwerk, mit dem ich keinen Vergleich anstellen kann. Die Perfektion aus Kreativität und präziser Intensität haben mich als Leser verblüfft dastehen lassen.

Ich kann euch jetzt schon sagen: Merkt euch den Namen Haroon Gordon. Er könnte der nächste Salman Rushdie werden!



Von mir gibt es die volle Monsterpunktzahl und ist definitiv ein Anwärter auf DAS Jahreshighlight !



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