Montag, 10. April 2017

Rezension: Das Herz der verlorenen Dinge von Tad Williams


ISBN:  978-3-608-96144-7
380 Seiten
20,00 EUR
Gebundene Ausgabe



Vorab zum Buch:

Das Herz der verlorenen Dinge ist ein Buch, welches zu der Reihe "Osten Ard" von Tad Williams gehört. Es setzt am Ende der Reihe an, kann jedoch genauso gut von Neulesern genossen werden. Ein umfangreicher Informationsteil bezüglich der Elben befindet sich im hinteren Teil des Buches. Da nun die Osten Ard auch schon eine Weile her ist (ich habe die Reihe vor etwa zehn Jahren gelesen) knüpft das Buch jedoch geschickt an, und man findet sich sehr schnell in der Welt wieder.



Inhalt:

Herzog Isgrimnur, der zusammen mit König Simon den Krieg gegen die Nornen gewonnen hat, lechzt nach Vergeltung. Der Sieg allein reicht ihm nicht, nein, er möchte das Nornenvolk komplett zerstören und verfolgt die Kreaturen is hoch in den Norden in ihre letzte Festung. Für die Nornen geht es in diesem Kampf um die Existenz und den Fortbestand ihrer Rasse. Wenn nur endlich ihre Königin aus dem tödlichen Schlaf erwachen würde . . . .


Schreibstil:

Der Schreibstil ist einerseits ein typisch anzulesender für High Fantasy, andererseits habe ich mich (so wie sonst auch bei Tad Williams) sofort zuhause gefühlt. Das Buch ist aus verschiedenen Perspektiven geschrieben und hat somit auch mehrere Hauptakteure. Daduch, dass es sowohl aus der menschklichen, als auch aus der elbischen Perspektive geschrieben ist, kann man sich gut hinein versetzen in beide Seiten. Die Meisterleistung besteht darin, dass der Autor hierbei überhaupt nicht wertend beschrieben hat und man somit sein eigenes Bild machen konnte. Ich persönlich hätte dies wahrscheinlich nicht hin bekommen (dadurch, dass ich es eine Frechheit finde, dass man Flüchtenden nachsetzt, hätte ich wahrscheionlich die Nornen favorisiert). Tad Williams lässt sich, wie immer, für seine Charaktere und deren Entwicklung viel Zeit. Man weiß einfach immer, irgendetwas wird geschehen, irgendeine Rolle spielt dieser Charakter in diesem Gefüge, sodass ich bei dem Autor eigentlich shcon immer darauf programmiert bin, die Geschehnisse förmlich einzusaugen. Alles in wohlweislicher Vorbereitung auf das Ende, in dem sich alles zusammensetzt und doch in kleinste Einzelteile geschildert wird. Undgenau dieser Verlauf war wie immer grandios. Ich liebe es.


Charaktere:

Wo fängt man da am besten an? Ich unterteile die Charaktere am besten in die menschlichen und die elbischen Akteure!

Menschlich:

Herzog Isgrimnur ist der Besetzer und Verfolger der Nornen, er versucht die Taktik der Nornen einzufangen und dabei den Schmerz zu vergessen, den der Tod seines Sohnes und Thronfolgers hinterlassen hat. Herzog Isgrimnur ist eine starke Persönlichkeit, die Prioritäten setzen kann und weiß, wie man funktioniert. Sein Zwiespalt ist einerseits die Rachsucht und der Hass auf die Nornen, aber andererseits auch seine Verantwortung seinem Volk gegenüber.

Porto und Endri: Die beiden sind zwei Südländer, die eigentlich aus rivalisierenden Gegenden kommen. zwischen den beiden entwickelt sich eine muntere Männerfreundschaft, die immer ernster wird, je mehr sie dem Kampf gegen die Nornen folgen.


Elbisch:

Viyeki gehört zu den Bauleuten der Nornen, er ist der engste Vertraute des Baumeisters und ein sehr intelligenter Typ. Seine Schwäche ist es jedoch, dass sein Wissen ihm ständig zur Resignation führt.

Generalin Suno'ku ist die Flamme, die die Opfermutigen (Krieger der Nornen) anführt. Sie taucht plötzlich während eines misslichen Kampfes auf und verhilft den Nornen in letzter Sekunde zur Flucht. Die Generalin steht für alles, was die Nornen an sich stolz macht. Sie ist die pure Essenz allen Elbischens. Sie hat einen scharfen Verstand, einen harten Willen, eine tiefe verbundenheit zu ihrer Rasse und wird zur Heldin im Verlauf der Geschichte.



Meinung:

Das Herz der verlorenen Dinge ist meiner Meinung nach ein Meisterwerk. Es fängt recht sachte an und man wird nicht überrumpelt. Die Geschichte spitzt sich jedoch dramatisch zu und am Ende war ich nur noch geflashed, von der Brillanz, der Intelligenz und dem Tiefsinn hinter der Geschichte. Wenn ich schon allein an Porto und Endri denke, kommen mir die Tränen, so schön war die Geschichte. Oder schon allein der Titel, der, passend zum Buch, für ein Ende und aber auch für einen Neuanfang steht, versetzt mich in tiefe Ergriffenheit, und das alles ohne viel Schnörkel. Ich kann dieses Buch wärmstens emfpehlen, sowohl an diejenigen, die gerne High Fantasy lesen, als auch diejenigen, die sich mit High Fantasy vertraut machen möchten. Das herz der verlorenen Dinge steht für alle werte, die ich mit High Fantasy verbinde (sowie eigentlich auch die gesamte Osten Ard).


Im September geht es weiter mit einer neuen Trilogie der Osten Ard! Der letzte König von Osten Ard wird sie heißen! König Simon steht in dieser Trilogie wieder auf dem Parkett und muss mal wieder die Menschheit retten, Und ich bin schon ganz kribbelig, wenn ich nur daran denke.


Von mir gibt es also die volle Monsterpunktzahl und ich spreche mein erstes Highlight des Jahres für 2017 hiermit aus !


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