Dienstag, 25. Oktober 2016

Rezension: Das Geheimnis der Mittsommernacht von Christine Kabus - Ein Norwegenroman


ISBN: 978-3-404-17403-4
655 Seiten
9,99 EUR als Taschenbuch
8,49 EUR als eBook



Inhalt:


Wir schreiben das Jahr 1895, wilhelminische Kaiserzeit. Sofie Svartstein ist die Tochter eines Kupferminenbesitzers und kommt aus einer hochangesehenen Familie. Trotz ihrer Pflichten als Privilegierte, veruscht Sofie den Erwartungen der Gesellschaft an sie zu entkommen. Sie kämpft für die Frauenrechte in kleinen Schritten und trifft in dem kleinen Dorf auf Clara Ordal, einer jungen Witwe, die mutiger nicht sein kann. Allein gestellt mit einem kleinen Kind, von Familie und Gesellschaft verpönt, schafft es Clara immer och, das Gute im Menschen zu entlocken. Clara und Sofie ahnen nicht, dass sie Geheimnissen auf der Spur sind, die jahrelang ihre Familien geprägt haben. 


Das Cover:

Auf den ersten Blick habe ich das Cover als eher langweilig empfunden, im Zusammenhang mit dem Inhalt des Buches passt es jedoch ganz gut. Rückwirkend würde ich sagen, dass das Buch Ruhe ausstrahlt und eine gewisse Sehnsucht nach Freiheit.


Der Schreibstil:


Das Buch ist in abwechselnden Perspektiven verfasst. Pro Kapitel wechseln die Sichtweisen zwischen Sofie und Clara, was ich an sich als gelungenes Mittel empfinde. Anfangs werden die Situationen der jeweiligen Charaktere eingehend beschrieben in Form von vielen Details, die eine bildhafte Kulisse hinterlassen. Ich konnte mir sehr gut eine Übersicht der Charaktere machen, auch wenn das Namenregister am Anfang des Buches etwas abschreckend wirkt, so blickt man sehr schnell durch und es gibt keine Verwechslungsgefahr, Die Charaktere erhalten grundverschiedene Eigenschaften, die gut geschildert sind, sodass man einen guten Durchblick bekommt als Leser.


Die Geschichte:


Die Geschichte hat mir wahnsinnig gut gefallen, nicht nur, dass die wilhelminische Kaiserzeit gut aufgefangen wird, so wird mein Lieblingstopic in historischen Romanen thematisiert: Die Rolle der Frau in dieser Zeit. Am Anfang weiß man noch nicht genau wo es hin geht, erst ab etwa 400 Seiten merkt man etwas von den Geheimnissen, währenddessen die Auflösung, warum das Buch das Geheimnis der Mittsommernacht heißt, erst später kommt und für mich etwas zu abrupt kommt. ich hätte als leser wahrscheinlich einfach gerne noch mehr herum gerätselt, nur hatte ich keine Ahnung, dass das Geheimnis in diese Richtung ging, weil es einfach keine Hinweise gab, bis auf einen und das auch erst gegen Ende des Buches, das ist für den Aufbau der Spannung zu wenig für mich. Also die Geschichte hat einen hohen informativen Faktor, eine gute Grundstimmung, eine tendenziell gute Grundidee. Es haben mir allerdings noch das ein oder andere gefehlt, um eine richtige Spannung  aufzubauen. Eine kleine Spannungskurve war zwar da, aber nicht in dem Maße, dass ich sagen könnte: das Buch war spannend. Das Buch war schön, gut geschrieben und ich habe die Charaktere sehr gemocht, das Ende und die Auflösung haben mir auch gut gefallen, das Sahnehäubchen hat allerdings gefehlt.


Die Charaktere:


Sofie hat mir als Charakter am besten gefallen, da sie ein reines Herz hat und trotzdem noch den nötigen Biss. Sie hat Ecken und Kanten. Sie macht auch mal Fehler, mal ist sie naiv und mal klug, mal rebellisch und mal unterjocht sie sich. Clara dagegen ist zwar auch ein herzensguter Mensch, ich empfinde sie jedoch als etwas zu glatt. Das schöne an Clara ist, dass alles Gute, was sie ihren Mitmenschen tut, auch wieder zurück kommt. Das ist für mich erfüllend gewesen. 


Mein Fazit:


Das Geheimnis der Mittsommernacht ist ein bildhafter, schöner Norwegenroman, der mit einer sagenumwobenen Kulisse und herzlichen Protagonisten punktet. Der Spannungsbogen wurde nicht ganz ausgereizt, was für mich das letzte i- Tüpfelchen für eine volle Punktzahl gewesen wäre.

Von mir gibt es daher 4 Monsterpunkte von 5.





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