Mittwoch, 28. September 2016

Blogtour zu Alesia Fridmans "Die Traumtaucher" Tag 5 - Autoreninterview





Herzlich Willkommen zu Tag 5 der Blogtour "Die Traumtaucher" von Alesia Fridman !

 

Gestern hattet ihr bei Bianca von Bibilotta das Vergnügen, etwas über den weißen Wolf zu erfahren, heute gibt es bei mir ein Interview mit der Autorin Alesia Fridman. 

Bevor es aber losgeht, sind hier noch ein paar Eckdaten zum Buch:

Amazon

470 Seiten

3,99 EUR als eBook 14,98 als Taschenbuch erhältlich

Dann lasst uns mal mit dem Interview loslegen:


Hallo Alesia,

vielen Dank, dass du dich im Zuge der Blogtour bereit erklärt hast, ein Interview zu geben.

Am besten stellst du dich erst einmal selbst vor:
Ich bin eine Träumerin und habe schon immer nur einen Teil meines Lebens in der Realität verbracht. Den Mut, meine Geschichten nicht nur aufzuschreiben, sondern auch zu veröffentlichen, hatte ich jedoch erst vor ein paar Jahren. Angefangen hat es mit der Teilnahme an einem Schreibwettbewerb, und im Dezember 2013 habe ich dann meinen ersten Roman „Portugiesische Assemblage“ veröffentlicht. In meiner realen Welt lebe ich mit meiner Familie in der Nähe von Frankfurt.



In deiner Vita steht, dass du gerne viel gereist bist. Welches waren die schönsten Orte, die du je bereist hast?
Wenn ich spontan drei Orte nennen soll, die mir landschaftlich besonders eindrucksvoll in Erinnerung geblieben sind, dann diese:


Whitehaven Beach, Whitsunday Island, Australien
(Abbildung Pixabay Free Images)


Sossusvlei, die Sanddünen und Salzpfannen im Namib Naukluft Park, Namibia


Die Unterwasserwelt des Nord-Male-Atolls, Malediven

Allerdings werde ich damit einigen anderen schönen Orten, die ich beispielsweise auch in Deutschland gesehen habe, nicht gerecht.


Du hast auch eine Zeit lang in Amerika und in der Schweiz gelebt. In deinem neuen Roman geht es auch um Entwurzelung, um das Missverstehen von Kulturen. Gab es für dich Momente, in denen du selbst dich nicht angepasst gefühlt hast?

Ja, eine solche Zeit gab es. Als ich acht Jahre alt war, bin ich mit meiner Familie in die Schweiz gezogen. Dort wurde ich in der Schule beschimpft und gejagt, nur weil ich eine Deutsche war und kein „Schwitzerdütsch“ sprechen konnte. Die Kinder haben mich „Neonazi“ genannt. Damals wusste ich noch gar nicht, was dieses Wort bedeutet. Während der vier Jahr, die wir in der Schweiz gelebt haben, habe ich mich immer fremd gefühlt und nicht willkommen. Ich habe gelernt, mich anzupassen und möglichst wenig aufzufallen. Diese Zeit war sehr prägen für mich und hat mich Toleranz gelehrt. Im Nachhinein finde ich es sehr gut, einmal auf der „anderen Seite“ gestanden zu haben. Ich bin offener für andere Kulturen geworden und betrachtet die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland mit ganz anderen Augen.


An deinem Schreibstil erkennt man, dass du eine gute Beobachtungsgabe hast, denn ich als Leser habe mich rundum versorgt gefühlt an Informationen. Hattest du diese Beobachtungsgabe schon immer im Blut oder hast du dir diese antrainiert?

Seit ich begonnen habe, ernsthaft zu schreiben, beobachte ich auch genauer. Erst wenn man versucht, eine Situation in Worte zu fassen, merkt man, was alles dazugehört: man sieht und hört, aber auch der Geruch, der Geschmack und die Gefühle, die man in einer Situation hat, gehören dazu. Wenn ich möchte, dass meine Leserinnen ein Erlebnis mit mir teilen können, muss ich all das vermitteln und es auch noch möglichst fantasievoll verpacken, damit es nicht langweilig wird.


Am Ende des Buches erwähnst du noch einmal, dass du bereits in Australien warst. Was ist der erste Ort, der dir einfällt, wenn du dich an Australien erinnerst?

Der Ayers Rock oder Uluru, wie er eigentlich heißt, ist nicht umsonst das Wahrzeichen Australiens. Um diesen gewaltigen Inselberg herum, scheint die Zeit still zu stehen. Es herrscht eine ganz eigentümliche Atmosphäre, die mich unglaublich gefangen genommen hat.


Hattest du Kontakt zu den australischen Ureinwohnern, den Aborigines?

Ich habe in Australien ein vierwöchiges Praktikum in Melbourne gemacht. Dort hatten ich so gut wie keinen Kontakt mit Aborigines. Ansonsten war ich als Touristin unterwegs. Dabei haben wir immer wieder einmal Ranger oder Touristenführer kennengelernt, die indigenen Ursprungs waren. Ich habe sie als höflich aber sehr zurückhaltend empfunden.
Eine sehr nette Begegnung hatten wir allerdings. Mit meiner Freundin Katja habe ich eine Tanzveranstaltung in Yulara besucht. Es war eine dieser typischen Touristenveranstaltungen, bei der vier bemalte Männer zu traditioneller Musik getanzt haben. Ich weiß gar nicht mehr genau, wie es dazu gekommen ist, aber wir haben die Jungs nach der Veranstaltung angesprochen. Und siehe da, zu unserem Erstaunen waren es Studenten der Universität Adelaide, die sich in den Semesterferien durch diese Veranstaltungen etwas Geld dazuverdient haben. Wir waren mit den Jungs noch ein Bier trinken und hatten einen sehr unterhaltsamen netten Abend.


Was genau hat dich bewogen einen Roman über die Aborigines zu schreiben? Woher kommt die Faszination?

Von den Aborigines war ich schon als Kind fasziniert und habe alles gelesen, was ich in die Finger bekommen habe. Mit der Zeit war ich etwas enttäuscht darüber, an wie wenig fundiertes Wissen über die Kultur der Aborigines ich kommen konnte. Vieles, was man zu wissen glaubt, kommt aus Büchern wie „Traumpfade“ von Bruce Chatwin oder „Traumfänger“ von Marlo Morgan. Und diese Bücher sind ja nicht unumstritten. Sie haben ein verklärendes mystisches Bild der Aborigines geschaffen, dass nicht viel mit der Realität und schon gar nicht mit der aktuellen Lebenssituation der Aborigines zu tun hat. Mit hat immer interessiert, wie es da wirklich aussieht. Leider weiß ich es noch immer nicht, aber durch meine eingehenden Recherchen habe ich doch ein etwas klareres Bild darüber gewonnen, wie das Leben im Arnhem Land aussieht. Ich wünsche mir sehr, eines Tages das Arnhem Land bereisen und auch mit den Yolŋu selbst sprechen zu können.


Jeder, der deinen Roman "Die Traumtaucher" liest, bemerkt, dass du sehr detailliert und passioniert schreibst. Um all diese Informationen zu erhalten steckt bestimmt ein enorm hoher Anteil an Recherche mit drin. Wie lang hat deine Recherche zu dem Buch gedauert und was waren deine inspirierendsten Quellen?

Wie lange ich recherchiert habe, kann ich gar nicht genau sagen. Über ein paar Jahre hinweg habe ich versucht, Informationen zu sammeln und mir ein Bild über die Yolŋu zu machen. Dabei gab es eine ganz herausragende Quelle:
Trudgen, Richard: Why Warriors Lie Down and Die: Towards an Understanding of Why the Aboriginal People of Arnhem Land Face the Greatest Crisis in Health and Education Since European Contact - Djambatj Mala, Aboriginal Resource & Development Services Inc (2000)
Aktuelle Entwicklungen zu den in dem Buch besprochenen Themen kann man auf folgender Internetseite nachlesen: http://www.whywarriors.com.au


Es geht in dem Roman auch um sehr ernste Themen um die Kultur der Aborigines. Die Ureinwohner Australiens haben uns eine Menge voraus, was die Nachhaltigkeit unserer Umwelt angeht. Was meinst du, könnten wir uns von den Aborigines abschauen, was für unsere Gesellschaft praktikabel ist?

Wenn wir es schaffen könnten, etwas mehr Respekt vor der Natur zu entwickeln, wäre das für die Zukunft unserer Kinder sehr wertvoll. Wir haben vergessen, wie abhängig auch wir von der Natur sind, in der wir leben.


Was glaubst du, werden die Aborigines es schaffen in "unserer" Welt zu überleben? Oder werden die Ureinwohner Australien nach und nach verschwinden?

Von den Yolŋu im Arnhem Land bin ich sehr beeindruckt. Bei meinen Recherchen habe ich über viele Projekte gelesen, die angelaufen sind. Teilweise werden dort kreative Wege eingeschlagen, beide Kulturen miteinander zu verbinden. Ich glaube, viele sind fest entschlossen, sich ihre Kultur zu bewahren, und ich hoffe, dass es zumindest in einem Teil des Landes gelingt, dass die Menschen so leben können, wie sie es möchten.


Kannst du uns verraten, in was für ein Land uns dein nächstes Buchprojekt führen wird? Oder ist dies noch top secret?

Nach den beiden großen Reisen nach Namibia und Australien bleibe ich mit meinem nächsten Buch – bis auf einen Ausflug nach Nizza – vorwiegend in Deutschland. Ich werde die Geschichte der Modejournalistin Sabrina erzählen, die nach einem Unfall ihr Leben neu ordnen muss.


Vielen Dank, Alesia, das war sehr interessant!


 


Ich hoffe, Euch hat die Blogtour zu "Die Traumtaucher" gefallen.

Es gibt auch noch ein Gewinnspiel, mit folgenden Gewinnen:

1. - 3. Preis: Jeweils eine Printausgabe von "Die Traumtaucher", ein Lesezeichen und ein Duschgel mit "Die Traumtaucher" Motiv



Um am Gewinnspiel teilzunehmen müsst ihr mir hier unter den Kommentaren folgende Frage beantworten:

Gibt es eine Kultur, die euch schon immer fasziniert hat? Wenn ja, welche und warum? wenn nein, warum nicht?

Bewerben könnt ihr euch noch bis morgen, den 29.09.2016, am 30.09. wird dann ausgelost. Mit einem Kommentar stimmt ihr den Teilnahmebedingungen zu.

Um Eure Chancen zu erhöhen, besucht doch mal die anderen Blogtourstationen, hier ist der Tourplan:

24.9. Die Traumtaucher
Dani von www.lesemonsterchens-buchstabenzauber.de
25.9. Wirtschaftsspionage
Katja von
www.katja-welt-book.blogspot.de
26.9. Australien
Manja von
www.manjasbuchregal.de
27.9. Der weisse Wolf
Bianca von
www.bibilotta.de
28.9. Interview mit Alesia Fridman
Giulia von
www.dasbuchmonster.blogspot.de

Ich wünsche Euch viel Glück,
Euer Buchmonster Giulia
 

Kommentare:

  1. Hallo und guten Tag,

    hm, ja die Kultur der Mayas, Inkas oder Azteken,

    weil sie auf der einen Seite sehr modern waren in ihrer Bauweise und Lebensstil waren ...trieben Handel und bauen auch Lebensmittel an....auf der andere Seite ihr Glauben, an Götter, den man entsprechende Menschenopfer bringen muss..finde ich echt grausam....es ist wohl die Faszination zwischen dieser Moderne und dieser doch altertümlichen Glaubenseinstellung.



    LG..Karin...

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  2. Hallo,

    mich hat schon immer die ägyptische Kultur sehr interessiert, vor allem die Götter konnte mich dabei begeistern ;)

    LG

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  3. Hallo,
    ich kann mich nicht auf eine beschränken, weil ich viele Kulturen interessant finde. Ich hatte mal überlegt, Archäologie zu studieren, um mehr über vergangene Kulturen heraus zu finden.
    Die Geschichte der Aborigines interessiert mich u.A. deswegen, weil ich mehrmals in Australien war. Aber auch die Geschichte und Kultur der Wikinger oder der Klassischen Antike sind faszinierend.

    lg, Jutta

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  4. Hallo,

    also mich hat eine lange Zeit die ägyptische Kultur sehr interessiert. Ich finde es immer noch sehr spannend was sie zu ihrer damaligen Zeit bereits erschaffen haben. Damals habe ich sehr sehr viele Bücher über diese Zeit gelesen und besonders die Pharaonen haben es mir angetan.

    LG Sabrina

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